Hohelied Salomos

Ein Beamtenabzeichen der Freigärtner

Besonders das Hohelied Salomos zeigt deutliche Bezüge zur Metapher des Gartens und seiner verborgenen Bedeutung, wenn es z.B. in einer Textstelle heißt. »Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell.« (vgl. Hohelied 4,12)

Das Hohelied wird als das »Lied der Lieder« bezeichnet und als eines der heiligsten Texte der Bibel erachtet. Traditionell wird es König Salomo zugeschrieben, der um die Gunst der Sulamtih wirbt.

Rabbi Akiba interpretierte im 2. Jahrhundert das Lied als eine Darstellung der Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel. Das Christentum interpretierte den Bräutigam meist als Christus und die Braut sowohl als die Kirche als auch als die Einzelseele oder als die Jungfrau Maria. Im christlichen Mittelalter wurde Sulamith häufig als Repräsentation der Jungfrau Maria angesehen. Daher spielt das Hohelied eine herausgehobene Rolle bei den christlichen Mystikern.

Die biblische Person Sulamith wird u.a. auch als Begründung für die schwarzen Madonnen herangezogen, die ab dem 11. bis 13. Jahrhundert verstärkt in Europa auftreten.

In der evangelischen Kirche der Stadt Bad Teinach-Zavelstein befindet sich seit 1673 die kabbalistische Lehrtafel der Prinzessin Antonia von Württemberg (1613–1679). Sie ist als Triptychon mit Motiven der Heilsgeschichte der Menschheit ausgestaltet, beginnend bei der alttestamentlichen Paradiesgarten-Erzählung bis zum Jüngsten Gericht nach der Beschreibung in der Offenbarung des Neuen Testaments.

Auf der geschlossenen Triptychon-Tür wird der »Brautzug der Sulamtih« dargestellt, wobei Prinzessin Antonia sich selbst durch Jesus Christus krönen lässt. Im inneren des Triptychon wird der offene Paradiesgarten samt Jesus Christus und der legendäre Tempel Salomos dargestellt. Noah und seine Arche sind ebenfalls darauf zu finden. Alles zentrale Inhalte der Freigärtner.


Zitatstellen zum »Garten« im Hohelied Salomos:  Hohelied 4,12; 4,16; 6,2; 8,13